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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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3»4 Früchte aus den so gen annt-

dcncn diese Reim-Höflichkeit fremd ist, diesogar dem eintönig - wiederkommenden Reim aus demWege gehen und sich dagegen, wie die Skalden thaten,lieber mit Assonanzen im Anfänge der Worteergötzten. In diesen Sprachen den langst vorherge-sehenen Reim matt erwarten, ihn zwangvoll überTrümmer der Sprache heranstolpern sehen, wo ernutzlos oder gar widrig eintritt, wäre dies nicht eherfür ein kindisches Ohrgeklingel und Ohrgepauk',oder für eine Nachtwachterschnarre, als für eineverständige Höflichkeit zu rechnen? Griechenund Römer vermieden in ihren Sylbenmaaßen beyallem Audrange der Assonanzen den Reim; Kindernam Jahrmarkt geben wir die Pfennige mit demVerbotdaß Du dir ja keine Trommel, keinTrom-petchen kaufest!" wie? und unsre Romanzcnfanger,unsre heroischen Lyriker selbst übten diese Kunst undzwar auf arabische Weise von neuem, betäubend un-ser Ohr mit Rcimtrommeten und Pfeifchen? Je-ne, indem sie, dem Genius unsrer Sprache zuwi-der, auf spanische Assonanzen, auf ein gehalte-nes, wiederkehrendes A O U kindisch ihre Kunstwenden; indem sie, den Liedern der brittischen Bed-lamssanger nacheifernd, rasselnd und prasselnd, sau-send und brausend gar alle Snlbenmaase durcheinander ausschütten, und damit das Ohr des.Volkszwar nicht verfemen, aber wie Kameelsohren erhö-hen und verderben. Wenn Romanze in der Weltnichts anders als Volks ge fang heißt, war diesje der Ton weiser Volksführer? Leiteten Homer,Alcaus, Sappho, leiteten die Höfe der Liebe,leitete der Barde bey der Harfe, selbst der ruhigeJager beym Horn so die Seelen? Hätten unsre

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