goldnen Zeilen. 2Ü7
B. Daß nichts lächerlich vorgestellt werde, alswas lächerlich ist, daß es in dem Maaße lächerlichvorgestellt werde, als es des Lachens werth ist,oder —
A. Oder?
B. Der Dichter selbst und seine Helfershelferwerden — lächerlich, oder erbärmlich. Stellen siefalsches Maas und Gewicht, geben sie die edelstenDinge, Sachen, Charaktere, Geschäfte und Perso,neu einem Aotengelächter Preis. —
A. Da treffen sie eben auf Das, waS die Geg»ner Sh aftesbuci's gegen das Lachen als Prüf»stein der Wahrheit, später darauf I. I. Rous-seau und andre gegen die Komödie - so stark cinge-wandt haben, nämlich: „Alles könne lächerlich ge-macht werden, Alles nach den Sitten unsrer Zeitwerde lächerlich gemacht."
B. Von Wem? Von Gecken, die dagegendas Lächerlichste nicht lächerlich und das Niedrigstebethulich finden. Glauben Sie gewiß, im un-befangnen Lachen (nicht im witzigen Hof- undModegclächtec, so wenig als in der groben Bau,renlache) im unbefangnen Lachen äußertsich so ein sichres Kennzeichen der Natur, als in derunwillkührlich-, ja unwillig - fließenden Thräne. Nie-mand als der Bösewicht oder der Gauner, kann bep-den entstehn; niemand als sie wollen sich beydenver»sagen. So wenig man in blos körperlicher Rücksichtdem Husten, Gähnen, Niesen sich entziehen kannund darf, obwohl man nicht eben laut gähnt, hu-stet und nieset; man unterdrückt sie eine Zeitlang,