232 Früchte aus den sogenannt
Fortsetzung.
Sollte das Trauerspiel dies nicht bewirken kön-nen, da es eine Fabel des menschlichenSchicksals für menschliche Herzen darstellt?Wohnt der äsopischen Fabel schon dadurch so vieleKraft ein, weil sie die ewig-feststehende Ord-nung der Natur, Trotz aller Veränderungen undZufalle, in lebendigen Charakteren wie in bleibendenTypen handelnd darstellt; wohnte dem Mährchen dieKraft eines Traumes bey, den unsre Seele zueiner gegenwärtigen Welt, im Idyll zu einemniegesehenen Arkadien der Glückseligkeit bil-det; wie? der große Zusammenhang von Be-gebenheiten d c s m e n sc hlichen L e b cns, dendas Verhangniß webet, das Netz, womit esden scharfsehendsten Lauser umschlingt, der Felsstein,den es über dem Haupt des Helden aufhangt, mitUmständen, die durch einen Hauch sonderbar wendet,wie? diese wären nicht eindringend? nicht lehrreich?Nur sey der Dichter auch durch seine DarstellungAusleger und Anwender dieser Blatter desSchicksals.
Die Griechen bemühten sich dieses zu scyn.Ohne zu grübeln, warum von Ewigkeit her derSohn des Lajus verdammt gewesen, ein Oedipus zuseyn, begnügten sie sich damit: „er warS! in Glückund Unglück. Glücklich, da er das Räthse! der