S"4 Früchte aus den sogenannt-
nächsten, indem sie eigne Gefühle singt, wie derMoment sie giebt, und gleichsam Schranken-los den Geist erheben. Jede wahre Ode sollte einsolcher Flug der Phantasie und Empfindung sepn, diebald wie ein Adler aufstrcbt und schwebet, oder nicder-fahrt und ergreift; bald wie eine Taube girrt, und wiedie Nachtigall schmettert. Am zarten F a d e n derEmpfindungen, oder im rastlosen Gange der Ge-danken und Gefühle hangt der Zauber der lyri-schen Poesie, den in allen seinen Wendungen dieMusik mit allen ihren Modulationen begleitet.
Ueber eine Ode solcher Art, AlexandersFest, breitete sich Handels Geist aus; andre,von andern Dichtern, Pope, Eongreve, Gray,Smart u. f. sind ihr gcsolget. Eine eigne Göt-tin, die heilige Cacilia, hat sie ans Licht geför-dert.
Wer ist diese heilige Cacilia, in Bildernund Tönen gleich berühmt? Wie kommt sie alSSchutzgöttin der Musik zum Fest des Gesanges undder Tonkunst? Lasset uns ihre Legende, auch mu-sikalisch, hören!
Wo glanzt die Lilie,
Die nie verwelket?
Wo blüht die himmlischeRos' ohne Dornen?
Im Kranze blühen sie