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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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goldnen Zeiten.

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B e y l a g e.

Wirkt die Musik auf Denkart und Sitten?

Die Wachsamkeit der griechischen Gesetzgeberüber die Musik ist bekannt. Sie verboten, sie be-straften die Einführung neuer, weicher, üppi-ger Tonarten; und als diese Wachsamkeit nach-iieß, wem sind nicht die Klagen der Philosophen undStaatsweisen darüber im Gedächtnis?

UnS dünkt diese Aufsicht über eine sogenannt-schöne und freye Kunst lächerlich; ob aber mit Grun-de? Sind musikalische Weisen (wie auch ihrName sagt) Weisen und Wege der Empfin-dung; werden sie nicht, mit Worten verbunden,wirkliche Denkweisen? Die Gesangweiseschleicht sich ins Herz, und stimmt es unvermerktzu Tönen, zu Wünschen, zu Bestrebungen in dieserTonweise, in diesem Modus.

Bemerket kleine und große Völkerschaften. Hierein freyes Völkchen, das vielleicht in einem armenThal muntre Lieder des Fleißes und der Fröhlichkeitsingt; dort ein gedrücktes Volk, dem Kreuz-, Jam-mer-, Sterbclieder die liebsten sind, weil es nichtsseliger findet, als im Grabe zu modern. Ein drit-tes, das müßig und entnervt in üppigen Liedernschwärmet; ein viertes, das auch in Tönen nur per-