hier stand sein Pallast. So häuften, so strickensich Mährchen. Oft mischten sie sich; oft verjagteEins das Andre. Keine Nation ist ohne desgleichenGeschicht- und Localsaecn; in allen spiegelt sich ihrLand, ihr Gcistescharakter. Sinnreiche Völker dich-teten sinnreich; kriegerische kriegerisch; sanfte sanft;so verschieden wurden dann auch die Mährchen,aus denen späterhin die Geschichte aufblühte,erzählet. Das alte Griechenland war voll diesersogenannt - heiligen Spuren; keine Provinz, keinTempel, kein Heldengcschlecht war ohne Einwir-kung der Götter und Genien aufgeblühet; PindarsGesänge, das Epos und Drama leben in diesemZauberkreise heiliger National-, Local- undFam i l i e n - M äh r c h c n.
3. Menschliche Begebenheiten undCharaktere sind indcß das, was, wie allenthal-ben, so auch im Mährchen am meisten anzieht; diestritt uns hiedurch am nächsten. Wie sonderbar spin-nen und weben sich oft die Schicksale eines Men-schenlebens ! An wie kleinen Knoten hangt ihre Ver-wicklung und Entwicklung! Wer knüpfte diese Kno-ten? welche unsichtbare Hand leitete und verschlingtdie Fäden? Sinds Genien? Schutzgeister? Alfen ?gute und böse Feyen?
Und da zuletzt doch an den Charakter desMenschen, oft an seine Gestalt, an eine Eigen-heit seiner Person oder seines Benehmens, an eineNeigung oder Gabe sich Alles knüpft; wer gabihm dieses Talent? diese ihm selbst oft unerklärliche,sonderbare Neigung? dies Auszeichnende seiner Ge-stalt? wer prägte seinen Charakter?