92 Früchte au sdenscgenannt-
menschlicher Gemüther se»n kann. Beydes ist es,obwohl nach verschiedenen Zelten und Völkern ver-schieden, immer gewesen, und wird es bleiben.
r. Staunend erwachen wir in die Welt; unsererstes Gefühl ist, wo nicht Furcht, so Verwunderung,Neugierde, Staunen. ,,Was ist das Alles um michher? wie wardst Es gehet und kommt; wer stehtdie, Faden der Erscheinung? Wie knüpfen sich diewandelnden Gestalten?" So fragt, sich selbst un-bewußt, der kindliche Sinn: von wem erhalt er Ant-wort? Von der stummen Natur nicht; sie laßt er-scheinen und verschwinden, bleibend in ihrem dun-keln Grunde, was sie war, was sie ist, und feynwird.
Da treten zu uns sie, die uns selbst aus demSchooße der Natur empfingen und einst selbst sofragten; wie sie belehrt wurden, fo belehren sie uns,durch — Sagen. Das gebildetste System derGeo- undKosmogonie bleibt Sage; mehrnoch mußten es die frühen Anfänge feyn, die überdas Woher? und Wie? der Dinge Rechenschaftgaben, ohne daß sie ihr Dalcyn selbst verstanden.
Daher die ältesten, die KosmogonischenMahrchen aller Völker; sie waren Erklärungender Natur, in dem, was man täglich oder jährlichvor sich sah. Wo man nicht wußte, dichtete manund erzählte.
2. Die älteste Naturlehre konnte also nichtanders als Mahrchcn werden; und sie wards, hieund da auf eine rohe, oft aber und gewöhnlich mitder Zeit auf eine sinn - und verstandrciche, ange-nehme Weise. „Wie erhüben sich diese Berge? wie