Früchte aus den sogenannt-
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Jedermann fühlt i'ndeß, daß, da die Fabel einKunstwerk ist, , ihr auch wohl in der Sprachewie in der Eompvsttion eine Kunstform gebühre,die dann von Zeit und Ort, am meisten von derSprache selbst bestimmt wird. Als Key den Grie-chen der Hexameter die Form poetischer Erzählungwar, ward auch die Fabel in Hexametern erzählt,wie Hesiodus u. a. es beweisen. Erschien sieauf dem Theater, so bekam sie einen höheren Tritt;aus solchen entstand ohne Zweifel das schöne Syl-benmaas, das wir in Bruchstücken des sogenanntenBabrias finden. Wäre es unsrer Sprache zurNatur zu machen, so gäbe cs vielleicht ein schöneresKleid für die Fabel; leider aber ist unsre Prosodieund Deklamation noch viel zu unbestimmt, als daßes sich nicht, auch sorgfältig angewandt, in eintöni-ge Jamben verlöhre. Uebrigens waren die Griechenhier, wie in Allem, das liberalste Volk; eine Fa-bel, die Epigramm war, ward Epigramm, in Ele-gischem Sylbenmaaße. Wir sollten es ihnen hierinnachthun und keiner Fabel das Gewand rauben, dasihr gebühret.
Die Fabeln der Mittlern Zeit schlendern in ih-ren einförmigen Reimen etwas langsam daher; manließ sich diesen Gang lange wohlbebagen. Die Eng-länder, treue Anhänger der alten Gewohnheit, ge-hen ihn noch, konstitution^mäßig. Gay ist ihrVorbild. Wir Deutsche ließen uns durch den soge-nannt- unregelmäßigen Vers der Franzosen, in wel-chem la Fontaine, la Motte u. f. unsre Mu-ster waren, unser altes naives Fabel - Sylbenmaaszu bald verleiten; ohne zu bedenken, daß jene Na-tion, die keine eigentlichpoetische, sondern nur eine