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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
Entstehung
Seite
73
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goldnen Zeiten.

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Fortsetzung

Ueber die Fabel.

Vielleicht scheincts kleinsügig, daß ich über dasWesen der Fabel zu reden forrfahre; nur dasWort aber macht irre. Ist die Fabel Darstellungeiner in Handlung gesetzten Lehre, so ist sie derGrund aller Dichtkunst, mithin der Rede wohlwerth. Eben die einfachste Dichtkunst ist die sogc-«annt-äsopische Fabel.

Lcssing, dem wir die beste Theorie der Fabelzu danken haben, dem wir uns also auch in Erör-terung derselben dankbar anschließen, erklärt sie so:wenn wir einen allgemeinen moralischen Satz aufeinen besonder» Fall zurückführen, diesem besonder»Falle die Wirklichkeit ertheilen und eine Geschichtedaraus dichten, in welcher man den allgemeinen Satzanschaucnd erkennt, so heißt diese Erdichtung eine Ka-bel *)." Fühlet man nicht, daß zu Bestimmung deräsopischen Fabel hier etwas fehle. Denn wenn wirauch den Ausdruck:allgemeiner moralischerSatz" übersehen, auch nicht fragten: wie ist's mög-lich, daß ich einen allgemeinen Satz in einembesonder» zur Geschichte gedichteten Fall anschauenderkenne? da dies immer nur ein besonderer, dazu cr-

*) Lessings Fabeln S. 71.