S8 F r üch te a u s den sog c n ann t-
„So manches Mitgequälte (sprach mein Herz),Erseufzete zu mir; o Weltengeist!
Bist Du so gütig, wie du mächtig bist,
Enthülle mir, den Du mitfühlend zwar,
Und doch so grausam schufst, erkläre mirDas Loos der Fühlenden, die durch mich leiden.—Sieh, jene Sonne blickt auf mich und sieSo mild herab, als ob sie Alles jaZu gleicher Seligkeit bestrahle. Sieh!
Der Baum, er blüht in seiner HerrlichkeitSo prächtig, bis — mein Stahl ihn fallet. Lacht
Die Blume nicht so fröhlich, bis der Zahn.
Des sanften Lamms sie mähet, bis die ZungeDcs Stiers sie schneidet? — Ja, verfolgen nichtGeschlechter die Geschlechter? Sieh, der HechtErhascht den Hecht; die Spinne saugt die Spinne —Und morden Menschen sich nicht selbst? O Wir,Dcs Weltalls Räuber, Mörder! Mörder wirDer Unfern, Unser selbst! Dazu verliehst,
O Weltengeist, Du uns die Finger, dazuVernunft und diese göttliche Gestalt.
Du, frommer Hänfling, singest dort im NestBey deinen Jungen; fleuch! ich tödte Dich.
Der Weltgeist wollt es so."
„Das wollt' er nicht."Antwortete die Gegend; Echo rief:
„Das wollt', das wollt' er nicht," und seufzcte. —
Da stürzt' ein mattgejagtes wundes RehAu meinen Füßen nieder, Zuflucht suchendIn meinem Schoos; es achzete und starb.