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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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46 Früchte aus den sogenannt-

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Endlich bey der Jagd fremder Gedanken lasset»ins auf der Hut seyn, daß wir unsre eigne darü-ber nicht verlieren. Wir Deutsche gehen mit Stamm-büchern umher, die Sprüche und Maximen Andreruns erbittend. So im Leben, so in der Literaturbey jedem Anlaß. In Eollectaneen waren wirlangst Meister; wie? und wir bedenken nicht, daßunsre eigne Scelenkrafte uns nicht immer zu Gebotstehen, daß die schönsten, die blühendsten Gedankennur bev Gelegenheiten, in glücklichen Augenblicken,oft vielleicht gar lieber dort als hier, wie Boten derLiebe kommen und verschwinden? Die witzigsten,die sinnreichsten Ausländer erhaschten jede vorüber-schwebende Blüthe ihres Geistes; Voltaire sprangvom Tisch auf, einen Einfall, der ihm schön dünk-te, aufzuzeichnen; andre ließen keine von einem den-kenden Mann gehörte Meynung untcrgehen, wie soviele, so viele Ana zeigen! Fühlen wir nicht imLeben, durch einen unerwarteten, oft bisarcen Ge-danken eines Dritten uns aufgeweckt, und bisweilenauf Bahnen geleitet, auf welche wir einsam nie ge-reichen waren? Und wenn wir nach Jahren eine»Ort, eine Gesellschaft besuchen, wandelt uns nichtbisweilen ein Staunen an, wie anders wir ehemalshier dachten und uns befanden? Also auch dieGedanken kommen und gehen; sie ziehen wie Zugvö-gel vorüber. Späterhin glaubet man oft kaum, daßman ehedem so gedacht habe. Und da die erstenGedanken oft, nicht aber immer d,e besten sind, wielieb werben uns in der Folge der Jahre alte Denk-