goldnen Zeiten.
5
Einen Seite einen Hofgeschmack (äs In visillscour), der über das Zeitalter Ludwigs nichts Erhab-neres, über Addison und Pope nichts Kunstmas-sigeres kennet? Auf der andern Seite, wem sinddie neueren Horden unbekannt, die diese einst so be-rühmten Werke des Geschmacks für wenig mehr alsfür Knabcnspielc und abgekommene Tanzübungenachten? Stillnachdenkend erhebe die Göttin hier ih-ren Arm und messe und wage. Jede verlebte Zeit,jede Nation, alle gelten ihr gleich; Athen und Rom,Paris, Twikenham und Tibur. Ihre Greife schrei-ten über Völker, Lander und Zeiten.
Gabe es aber auch einen Maasstab des Wah-ren, Schönen, Guten für alle Völker, für alleZeiten? Daran lasset uns nie zweifeln. Was blosauf Nationalgeschmack, auf sogenannt-patriotischerParlheylichkeit, auf Coquetterie und eigensinnigemHumor, oder gar auf Wahnsinn, Frechheit und Uep-pigkeit, beruhet, fliegt auf der großen Waage, dieüber allen Völkern schwebt, bald aufwärts. An je-nem LautcrungSfeuer, das Zeiten nach Zeiten immerfeiner durchglüht, halt es bald die Probe nicht ausund verdampfet.
Kaum gicbt cs etwas Unterrichtenderes, kaumaber auch etwas Schwereres, als ein solches Gerichtüber die Tobten, und zwar über die größestenGeister der Vorwelt. Den Prunk ihrer Zeit abge-legt, Geist vor dem Geist stehen sie da. Die Tubaeines leeren Rufs ist verhallet: die entfernte Echomurmelt vielleicht etwas ganz anderes, als was ihreNahe jauchze. Vollends die Irrwische, die Stern-schnuppen ? Ein Klümpchen Schlamm liegen sie amBoden.