ISS
drückte mich an seine Augen mit dem zerstreuten Wesen eines Men-schen, der nicht mehr weiß, was er thut und sich eine Thräne ab-wischen will.
„Was für ein verdammt reicher, alter Kauz der Vater seyn muß,"dachte Tom dabei, „daß er ihr solche Taschentücher geben kann."
Mir war zu Muth wie einem Zaunkönig, welcher den Klauendes Falken entrinnt, als der Schuft mich wieder niederlegte.
Und Julia? — sie ließ sich wirklich durch diese Possen täuschen,die Arme! Ohne alle eigene Erfahrung war sie durch die Sitteder Gesellschaft, in der sie auferzogen worden, den Kunstgriffenjedes Glücksjägers preiSgegebcn und befand sich bei ihrem Aergerüber Betts Shoreham in der übelsten Stimmung, die man sichdenken konnte, wenn es galt, solcher Liebe und Beredtsamkeit zuwiderstehen. Sie hatte Tom auf allen Bällen in den besten Häu-sern gesehen, sein AeußereS und seine Manieren — beide einesglänzenden Modehelden würdig — waren ihr nicht unangenehm undjetzt machte sie noch die weitere Entdeckung, daß er ein tieffühlen-deS Herz besaß, über welches sie, ohne es bisher selbst zu wissen,die unbegränzteste Herrschaft ausübte.
„Sie antworten mir nicht, Miß Monson," fuhr Tom fort,indem er unter mir hervorguckte, denn noch immer hatte er michvor dem Gesicht — „Sie antworten mir nicht, grausames, uner-bittliches Mädchen!"
„Was soll ich denn sagen, Mr. Thurston?"
„Sage ,jah du lheuersteS, lieblichstes, vollkommenstes allermenschlichen Wesen."
„Ja denn also; wenn dieSlJhr Herz erleichtern kann, so istja leicht geholfen."
Nun war aber Tom Thurston in seinem Fache als GlückSjägcreben so gewandt, als Napoleon in der Heerführung. Er sah, welchungeheuren Vortheil er für die Zukunft errungen hatte und wolltedaher die Sache für den Augenblick nicht weiter treiben. Das ,ja<