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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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Mal Vorkommen, daß Ihre Großmutter mehr von Ihrer Zeit inAnspruch nimmt als gewöhnlich: nun so läßt sich das ja leicht ein-bringen; Sie fangen dann ein andermal ein halb Stündchen früheran oder machen länger fort oder arbeiten dazwischen einmal einenTag über Rechnung. Sie kommen so weit besser zu, als wenn ich SieStückarbeit liefern ließe und ich will edelmüthig mit Ihnen ver-fahren. Sollte es einmal gerade besonders dringende Arbeit geben,nun dann, denke ich, kömmt es Ihnen auch auf ein Stündchen oder zweiüber die Zeit nicht an; für Licht werde ich natürlich sorgen. Aberwie gesagt, liebes Kind, sepen Sie nicht allzu gewissenhaft undnehmen Sie sich Zeit zur gehörigen Pflege Ihrer Großmutter. Dulieber Gott! die Verpflegung von Aeltern und Anverwandten ist jaeine unserer heiligsten Pflichten! Adieu, Mademoiselle, wir sehenuns bald wieder."

Als die arme Adrienne wieder, mit mir beschäftigt, an ihremRahmen saß, wiederholte sie sich diese gleißnerische Rede Wort fürWort, gänzlich unfähig, die herzlose Falschheit auch nur zu ahnen,welche so deutlich daraus hervorlauerte. Mit fünfzehn Sous dachtesie auszukommen, ohne den kleinen Grundstock anzugreifen, welcherfür die Großmutter bestimmt war, und damit war sie zufrieden.Das arme Kind! Sie hatte bei ihrer Rechnung weder an Mieth-zins, noch an Feuerung und Kleider, noch endlich an das gedacht,was sie an ihrer Gesundheit einbüßte für Krankheit und andereNothfälle blieb vollends nicht ein Pfennig übrig! Und doch glaubtesie sich noch glücklich schätzen zu müssen, daß man sie in einer soverhängnißvollen Zeit, wie sie damals über Frankreich schwebte,ein Sümmchen verdienen ließ, das kaum einer an die härteste Ent-behrung lange gewöhnten Grisette für die dringendsten Bedürfnissezureichen würde.

Von den nächsten vierzehn Tagen habe ich wenig zu sagen.Frau von Rocheaimard wurde allmählig schwächer, konnte aber nochMonate lang leben und Adrienne hoffte sogar, sie würde gar nicht