und seinen Aussichten sich mit Abenteuern auf dem Lande begnüg-ten, eine gewisse Neigung für das Seeleben an den Tag gelegthatte. Der Ocean kam gewissermaßen in die Mode, und der Rit-ter, der sich nicht damit begnügt hatte, nur von der Muttererdeaus einen Blick auf dessen weite und ununterbrochene Fläche zuWersen, betrachtete den, welcher die geeignete Zeit seines Lebenshatte verstreichen lassen, ohne einen derartigen Ausflug zu bestehen— mit Geringschätzung, so gut er auch sonst seine Sporen ver-dient haben mochte. Biele Adelige, deren Besitzungen an das mit-telländische oder atlanlische Meer stießen, rüstete» kleine Küstenfahreraus; die Nachten des fünfzehnten Jahrhunderts folgten den Buchtenund Vorgebirgen der ruhmvollen Gestade dieses WelttheileS undsuchten Vergnügen in einer Beschäftigung, deren Nachahmung ver-dienstlich zu seyn schien. Es wäre eine gewagte Behauptung, zusagen, daß es Asien gelang, hierdurch die Sitten der Höfe undSchlösser aus die beschränkten Räume von Schebekeu und Felukkenzu übertragen; immerhin aber unterliegt cs kaum einem Zweifel,daß der Geist jenes Zeitalters durch solche Versuche einen gewissenSchwung bekam und daß man sich schämte, das mit Geringschätzig-keit zu behandeln, was sowohl durch die Politik als durch die Launedes Tages bedeutsam wurde. Auch trug die Nebenbuhlerschaft zwi-schen Spanien und Portugal viel dazu bei, solche Gefühle zu stei-gern, und ein Jüngling, der nie seine heimathlichen Gestade ver-lassen hatte, lief weit eher Gefahr, als muthloS verrufen zu werden,als ein wagehälsiger Abenteurer zu fürchten hatte, um seines un-steten und ercentrischen Wesens Witten aufzufallen.
Inzwischen rückte die Zeit vor, und Begebenheiten folgten sichin dem gewöhnlichen Gange der Ursache und Wirkung. Gegen denSchluß deS Monats December leuchtete der Ocean gerade außerhalbder engen und romantischen Straße, welche Europa von Afrikatrennt, während sie das herrliche mittelländische Meer mit der un-geheuren Breite des atlantischen verbindet — von de» Strahlen der