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solchen Gelegenheiten erschien ihm die Achnlichkeit zwischen Beidenso augenfällig, daß er, die Kleidung und andere ziemlich hervor-tretende Umstände abgerechnet, fast dieselbe Person zu sehen glaubte.
Der Leser darf übrigens hieraus nicht folgern, daß unser Heldin der That seiner früher» Liebe untreu wurde. Mercedes war imGegentheil zu tief in sein Herz eingeschloffen, um sich so leichtverdrängen zu lassen, und Luis war trotz aller seiner Fehler ein sowarm fühlender und treuer Ritter, als nur irgend einer akhmele.Aber er war jung, fern von dem Gegenstand seiner vieljährigcnAnbetung und nichts weniger als unempfindlich gegen die Bewun-derung, welche das arglose und gewinnende Jndianermädchen gegenihn zu erkennen gab. Hätte Ozema auch nur durch einen unbe-scheidenen Blick verrathen, daß ihrem Benehmen ein angelegter Planzu Grunde liege, so wäre er wohl im Augenblick aus seinerjeweiligen Täuschung gerissen worden. So aber war im Gegentheilbei diesem arglosen Mädchen Alles nur Natur und Unbefangenheit;denn selbst wenn sie die Theilnahme, welche sie für ihn empfand,am offensten kund gab, so geschah es mit einer so augenfälligenEinfachheit, einer so unwiderstehlichen Naivetät und einer Aufrich-tigkeit, welche so deutlich der Erguß eines unschuldigen Herzens war,daß unmöglich der Argwohn einer bestrickenden Absicht aufkommenkonnte. Mit einem Wort, unser Held zeigte nur, daß er einMensch war, indem er sich bis auf einen gewissen Grad einemZauber hingab, welcher unter den vorwaltenden Umständen vielleichtim Stande gewesen wäre, die Treue von Männern wanken zumachen, die, hinsichtlich der Beharrlichkeit ihres CharacterS, sicheines besseren Nuss erfreuten, als der Conde de Llera.
Unter stets neuen Scenen enteilte die Zeit wie auf Flügeln, undLuis selbst war erstaunt, als er bei einem Rückblicke sich erinnerte,daß er sich nun schon mehrere Tage bei Mattinao ausgehaltenund den größten Theil dieser Zeit in dem Serail des Kaziken —wie man es nicht unpassend nennen konnte — zugebracht hatte.