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Es überflog jedoch die Verzagtesten der Mannschaft wie einSchauer abermaliger Täuschung, als sie zum vierunddreißigsten-mal, seit sie Gomera verlassen hatten, die Sonne hinter einemWafsrrhorizont hinabsinken sahen. Mehr als hundert spähendeAugen bewachten in diesem inhaltsschweren Momente den glühendenSaum des Meeres; aber obgleich der Himmel wolkenlos war, sovermochte man doch nichts, als dieses Himmelsgewölbe in seinenprachtvollen Tinten und die gewöhnliche Wellenlinie der Wasscr-gränze zu entdecken.
Bei Anbruch der Nacht wurde der Wind stärker, und Colum«bus rief, wie er gewöhnlich zu dieser Stunde that, die Fahrzeugezusammen, um hinsichtlich des CurseS die geeigneten Befehle zuerlassen. In den letzten zwei oder drei Tagen hatte man starksüdwestlich gesteuert, und ColumbuS, welcher sich überzeugt fühlte,daß der sicherste und nächste Weg von Land zu Land mittelst Durch-schneidung des OceanS in einer möglichst genauen, einzigen Breiten-parallele erzielt werden müsse, war darauf bedacht, seinen Lreblings-curs— den unmittelbar westlichen nämlich — wieder aufzuuehmen. Alsdaher die Schatten der Nacht die kleine Flotte dichter umzogen,hielten die Schiffe nach der bczeichneten Richtung ab und segelten,mit einer Geschwindigkeit von neun Meilen in der Stunde, in derBahn des TagSgestirnS weiter, als ob sie entschlossen sehen, in die Ge-heimnisse seines nächtlichen Thun und Treibens einzudringcn, bisirgend eine große Entdeckung die aufgewendete Mühe lohnte.
Unmittelbar nach dieser Veränderung sang die Mannschaft,wie gewöhnlich, ihre Vesper-Hymne, welche in diesem milden Meereoft bis zu der Stunde hinausgeschoben wurde, wo die Wache indem unteren Raum ihre Hängematten suchte. Diese Nacht kamjedoch keinem der Schlaf zu Sinne, und cS war schon spät, alsdie Matrosen ihren Gesang mit den Worten „8alvo nexina^ be-gannen. Es war etwas festlich Erhebendes, diesen religiösen Hym-nus auf der Einsamkeit des OceanS von dem Sausen des Windes