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„Vielleicht ist es so, Beatriz, und doch sehe ich nicht, daßwir diese Zusammenkunft jetzt, da Don Luis so bald abrcisen wird,versagen können. Melde ihm, daß ich seinem Wunsche willfahre,und erinnere ihn daran, daß ein Grande Castilien nie verlassensollte, ohne sich vorher von seiner Königin zu verabschieden."
„Ich fürchte, Königliche Hoheit," erwiederte die Marquiselachend, „daß Don Luis diesen letzten Befehl, so gnädig und gütiger auch in der That ist, als einen strengen Verweis empfinden wird,da er schon mehr als einmal aus dem Vaterlande schied, ohne auchnur von seiner eigenen Tante Abschied zu nehmen."
„Bei solchen Gelegenheiten handelte er planlos und ohne Neber-legung; aber gegenwärtig hat er sich zu einem ehrenvollen undedlen Unternehmen verpflichtet, und wir wollen es ihm deutlich ge-nug machen, daß wir Alle diesen Unterschied recht wohl fühlen."
Die Unterhaltung ging nun auf etwas Anderes über und eShatte sein Bewenden dabei, daß dem jungen Manne sein Gesuchgestattet seyn solle.
Jsabella war bei dieser Gelegenheit von einer Regel, welche siesich selbst zur Nachachtung vorgezeichnet hatte, abgegangen undallein dem Einflüsse ihrer frauenhaften Gefühle gefolgt, welche sieoft vergessen ließen, daß sie eine Königin sey, wenn sie nicht durchernstere Pflichten daran erinnert wurde. Es war überhaupt schwerzu entscheiden, ob diese reine und herrliche Frau in ihrem Characterals gerechte und gewissenhafte Herrscherin, oder wenn sie mehr un-mittelbar unter den zarteren Anregungen ihres Geschlechtes handelte— größere Achtung verdiente. Was ihre Freundin anbelangt, sowar diese vielleicht hartnäckiger in dem, was flc für eine Ver-pflichtung gegen ihre Mündel hielt, als die Königin selbst, da flcauch größere Verantwortlichkeit hatte und sich leicht dem Ver-dachte aussetzen konnte, als gehe sie mit dem Plane um, denReichthum ihrer Familie zu vermehren und deren Verbindungenzu verstärken. Aber die Wünsche JsabellenS waren für die