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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
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nicht seines Gleichen fand. In der That würde auch ein Physiognomvon Fach mit Entzücken die Linien der tiefinnewohnenden, ernstenund ruhigen Begeisterung verfolgt haben, die ein Antlitz fast biszum Schwcrmüthigen beschatteten, welches Schicksal und Herz fürdie Sonne der Heiterkeit bestimmt zu haben schien. Dcmungeachtetaber war es heiter, und der Schatten, der darauf ruhte, schien denAusdruck desselben eher zu mildern und ansprechend zu machen, stattdessen Ruhe zu trüben und seine zarte Lieblichkeit zu umwölken.

Auf der andern Seite der edlen Matrone ging Luis de Boba-dilla, der sich ein wenig vor seiner Tante hielt, damit seine eigenendunkeln Gluthblicke, so oft es Gefühl und Anstand gestalteten, denschönen, ausdrucksvollen blauen Augen von Mercedes begegnenkonnten. Die drei unterhielten sich unbefangen, denn das Herrscher-paar hatte sich in seine Gemächer zurückgezogen, und die Gruppender Vorübergehenden waren zu sehr mit der Neuheit ihrer Um-gebung und ihrer Unterhaltung beschäftigt, um auf die BemerkungenAnderer zu achten.

»ES ist ein Wunder, Luis," bemerkte Donna Beatriz, alsFortsetzung eines Gespräches, das augenscheinlich für Alle vongroßem Interesse war,daß so ein schlendernder Herumstreicher wieDu, erst heute zum erstenmal von diesem Colon hörst. Schon seitJahren hat er Ihre Hoheiten um Dero gnädige» Beistand zurAusführung seiner Plane angegangen. Der Gegenstand seinerEntwürfe wurde ernstlich von einer Gelehrten-Versammlung inSalamanka geprüft, .und er hat sogar am Hofe Gläubige gefunden."

Unter die auch Donna Beatriz de Cabrera zu rechnen ist,"sagte Mercedes mit jenem melancholischen Lächeln, welches so sehrgeeignet war, die Lichtblicke deS tiefen Gefühls, das sich in ihrerSeele barg, sichtbar werden zu lassen.Ich habe Ihre Hoheitoft erklären hören, daß Colon keinen treuer» Freund in Castilienbesäße."

Ihre Hoheit täuscht sich selten, Kind, und am allerwenigsten