323
Herders Gedichte.
r. Grau'» und AechzcnUnd Hungerlechzen,
Die Zwietracht wükhet,
Das Volk ist blind! —»
Chor.
Hinweg von hinnen,
Der Tempel flammt!
Draussctt und drinnenZum Greuel verdarnmt. >—
(die Stimmen fliehen»)
Fremdling.
Grauser, grauser Todtcnklang,
Der Rache Blutgesang
In dieser öden Stille!-»
Und Vater, ist dein WilleZu rachen ihn, und ErLeidet schwer,
Und du, du flehest ihn leiden?-
Die jetzt mit Höllenfrcuden
An ihm sich weidete, die ihn zertrat,
Die Löwenschaar, für die er bat,
Wo ist sie? Ist der Nacht voll GrausenHinweggebebt zu ihrer Schlummerhöhle —
Doch ihre SeeleFühlt Grimm und Glut!
Ihr Ohr hört seiner Pfeile Sausen
Und jeder Pfeil zischt: „Blut!" —- --
Welch heilig Schweigen ruhet hierUm seinen Thron!
Ich flehe dir,