Zweiter Thcil,
2,9
O Brüder, schauet, wen ihr schmäht,
Hört an sein treu GebetVoll Brüdermuth!
Die Rose thauet BlutAuf dürres Land:
Ach aber, duftet unerkanntZum Himmel, süssen Dust,
Und ihres Blutes Stimme ruftAuf von der Erden: „Rache!"
Kein Erdenrichter hört. Es hört
Sie Gott, der jede Sache
Der Unschuld richtet, der die Thranen zählt
Und ruft, bis keine fehlt.
Er hört Geschrei
Vom Blute seines Sohns und kommt und kommt
herbei
Zur Rache.
(Die Finsterniß fangt an.)
Seht ihr sein dunkles Nachtgewand
Unb in der Hand
Des Blitzes funkelnd Schwert?
Es fahrt
'Aus feiner Scheide. Seht die Sonn' ist Nacht,Der Mittag ist wie MitternachtUnd Weh und Klagen ist in meinem Ohr erwacht!(Klagröne der Rachenget im Dunkel.)
E h 0 r.
Jerusalem, Jerusalem!Weine, weineDich und deine Kinder?In dir ist Blut —