Herders Gedichte.
Mit Beben naht der Dritte sich,
In Trotz verhüllt sein Beben,
„Herr," sprach er, „nimm dein Pfund und Pfand,„All' was du mir gegeben!
„Ich kannte dich wohl, harten Mann,
„Der erndttt ungesaet,
„Und fremden Schweiß und saures Gut„Auf's Armen Aue mähet.
„Drum hakt' ich, dir zu wuchern, Zorn:
„Hier, Harter! ist das Deine,
„Die sichre Erde barg es dir,
„Dies Schweißtuch ist das Meine" —
„— Dein Mund spricht selber dir Gericht,„Untreuer meiner Knechte,
„So wußtest du mich harten Mann„Und wie so hart ich rechte,
„Und übtest nicht, was du gewußt,
„Knecht, deines Herren Willen,
„Des harten Herren letztes Wort„Mit Wucher zu erfüllen?
„Nehmt hin von ihm sein treulos Pfand,
„Dem Reichsten sey's gegeben.
„Wer nicht hat, büße, was er bat,
„Wer hat, dem wird gegeben."
Zwo Stufen gehn auf und binabZum Himmel und zur Hölle!
Wer hat, gewinnt bis auf zum Thron,
Wer nicht hat, seine Stelle
Sinkt