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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
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145
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Zweiter Theil.

I45

Zn Nazareth, am Galilaermeere,

Wer gab dem Jünglinge den hohen Geist,

Der, wie entkommen schon der Eiden Schwere,Sein Reich den Himmel, Gott nur Vaterheißt;

Und schaut, wie seine Sonne leuchtetAuf Bost und Gute, wie sein ThanSo Rost, als Dorn befeuchtetAuf Einer Gottes - Au.

„Auf, laßt uns Kinder sehn der Vatergüte,

,,Vollkommen, wie der Herr vollkommen ist:''

So pflanzt er in der Sterblichen Gemüthe

Unsterblich Wesen, das sich selbst vergißt,

Und im Verborgnen schafft und betet,

Für Menschen schasst, für Feinde fleht,Still für die Zukunft säetUnd still von dannen geht.

,,Glücksel'ge Armen! glücklich, die da leidestIn sanfter Unschuld, die Erbarmend:»,

Die, reines Herzens, Menschen Fried' und FbcuöenUnd Mitleid reichen und den Haß bestehn.

Seyd fröhlich und getrost! euch lohnetZm Himmel ew'get Trost und Lohn,

Wo jeder Gute wohnet,

Dem Haß der Welt entflohst.

Ahr seyd der Zeiten Licht, das Salz der Erde,

Ein Stern der Nacht, ein Keim der Fruchtbar-keit,

In euch ist Glanz, damit Glanz um euch werde,

In euch ist Reichtbum, der die Erde nniht!

Herders Werke Lit, u,Kunst. X VI, K N.