Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

Zweiter Th eil. 119

König-Thier! Wie unbemühtGroß zu scheinen: sich er knietVor der Sonne, betet an

Fühlt' er ihren Strahl ctwann?

Fühlst du Gott? und bist das ZielSeiner Schöpfung? Voll Gefühl,

Feiner fast als Menschenhand,

Und voll Ruh und voll Verstand?-

Nein, 0 nein! Du nicht das ZielSeiner Schöpfung, nur Gefühl,

Wie cs dort den Löwen füllt,

Der, auch Fürst im Walde, brüllt.

Wie es dort im Adler blickt,

Der, auch Fürst, die Luft durchzückt!

Wie's im Walisisch sich dort regt,

Der, auch Fürst sein Reich bewegt!

Nein! die Schöpfung, jetzt am ZielHarret, schweigt noch! Ihr GefühlWandelt in sich, und vermißt,

Was Geschöpf und Schöpfer ist;

^ Suchet Einen, der mit GeistSchmeckt und was er ist, geneußt,Suchet, der mit Gottes BlickAlle Schöpfung strahlt zurück

In sich, von sich; und selbst sichIn sich strahl' und väterlichVon sich strahl' und walte freiUnd wie Gott ein Schöpfer sey!