268
Herders Gedichte,
Das menschliche Her
In Ein Gewebe wanden
Die Götter Freud' und Schmerz,Sie webten und erfanden
Ein armes Mcnschenherz;
Du armes Herz, gewebct
Aus Lust und Traurigkeit,
Weißt du, was dich belebet?
Jst's Freude, ist es Leid?
Die Göttin selbst der LiebeSab es bcdaurend an;
O zweifelhafte Triebe,
Die dieses Herz gewann!
Zn Wünschen nur und SehnenWohnt feine Seligkeit,
Und selbst der Freude ThranenVerkündigen ihm Leid.
Schnell trat ihr holder KnabeHinzu mit seinem Pfeil;
Auf, meine beste Gabe
Sie werde ihm zu Tkeil!
Ein unbezwingbar StrebenSey Liebe dir, o Herz,
Und Liebe sey dein Leben,
Und Freude sey dein Schmerz.