Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

Erster Theil. 229

Deutschlands Ehre,

(Nach Horaz, Oä. I, 12,)

Welchen Helden und Mann des VaterlandesWillt du singen, 0 Saitenspiel, das OrpheusEinst in Hainen empfing? ihm lauschten horchend

Felsen und Haine;

Ströme standen im Lauf; die Stürme senktenIhre Schwingen; die Eichen und der EichenHarte Kinder erstaunten seinem süßen

Hohen Gesänge.

Sing' ich Jenen zuerst, der Roms gewalt'geStrenge Bande zerriß? O traure, Deutschland!Siegen konnte dein Herr mann, aber deine

Siege nicht sichern.

Neid durchbohrte den Retter seines Volkes;

Den kein Römer bezwang, bezwangen Deutschlands»Fürsten. Trauriges Spiel! Sie drängten Heere

Ucbcr die Welt aus —

Bis von deutschem Gebein die Welt bedeckt lag —Langobarden, Alanen, Gothen, Sveven,

Großer Dieterich, du auch liegst begraben

Jenseit der Alpen! —

Soll ich singen den Mann, der Deutschland würgte,Oder tauscte; den der Römerbischof,