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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
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212
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Herders Gedichte.

Und wie? nun bebst du nicht, und kommst, da Ju-bel - Rauschen

Es allweg offenbart.

Sieh auf! Blick auf! dort geben andre SeelenIhr Leben reichlich in den Tod,

Und steh'n auf Feldcshöh', und blicken nicht aus

Höhlen

Jn's stille Morgenroth.

Die Fürsten sind,im Kampf. Da kommt und seg-net

Den Greis Reuchlin, den Gottesmann,

Der's aushielt, Luther, und geht fürder und be-gegnet,

(Wer der ihm ob feyn kann?)

Noch tiefrer Mitternacht. Und an ihm glanzetSein Streitgenoß, ein Zwillingsstern,Melanchthon, den Reuchlin ihm gab. Zwar

Kastor granzetAn Halbgott - P ollux fern

Und sterblich nur; doch Brüder, theilen beideSich Tag um Tag nun Ewigkeit;

Und alle Sterne sind in lauten Kampfes FreudeUnd siegen weit und breit;

Und Himmelsbache fließen, walzen prächtig,

Von Weisheit stark, die Leichen kort

Tritt auf die Starken, Geist des Liedes! die so

mächtig

Da liegen, hie und dort!