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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
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168
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Herders Gedichte.

O Jüngling, wirst du auch so schwer,

Wie diese Blume weinen?

Wer deiner holden Jugend SaftIn öde Luft verhauchet,

Verblüht die Blüthe, LebenskraftAuf immer mißgcbrauchct;

Und deine letzten Blick' umherDich alle Reue entfärben;

O Jüngling, bleibt dir etwas mehr.

Als Trost - verschmachtet sterben ?

Macht Seine große Allmacht jeGescheh'nes ungeschehen?

Und stillt sie auch das tiefe Weh,

Sich selbst beschämt zu sehen?

Und wachst und wachst nicht jeder ThatDer Keim so tief verborgen?

Wer gibt, wer schafft mir neuen Rath ,Noch Einen Jugendmorgen ?

Und kolder Schlaf, den schaffest du,

Giebst neuen Jugcndmorgcn;

Bist Labetrunk und Schattenruh,

Wist Labsal aller Sorgen;

Bist Todesbruder! o wie schön

Sich Seyn und Nichtseyn grenzen

Wie frisch wird meine Abendthran'

Am frühen Morgen glanzen!

Und nach dem Tod es wird uns seyn,Als nach des Rausches Schlummer:

Verrauscht, verschlummert Lebenspein

Und Schmerz und Reu und,Kummer.