Herders Gedichte.
'64
Such' ibu durch Wald und Thal und Höh'n,Und obgleich Flimmer vor dir gehn,
Ermüde nicht ihn zu empfahn,
Ihm saust zu folgen auf seiner Bahn;
Du wirst ihn haben, ibu bestehn,
Und ncuvcrwandelt mit ihm gehn,
Mit ihm in aller Liebe Fülle,
Und ec dich lieben stark und stille,
Und er sich fühlen, neu ins LebenZurückgegeben:
Durch dich, durch dich zurückgegeben,
Und du ihm Schöpferin und BrautIhm ewig, ewig seim vertraut.
Das Lied vom Bache.
Traurig ein Wandrer saß am Bach,Sab den fliehenden Wellen nach,
Ein welker Kranz umwand sein Haupt.„Was blickst du, Wandrer, mattumlaubt,So traurig nieder? "
Jüngling, den Bach der Zeit hinabSchau ich, in das WellengrabDes Lebens; hier versank es, goßZwo kleine Wogen, da zerfloßDie dritte Woge.
Jüngling, im großen Zeiten-RaumSchweben wir also! der Saum