Erster Th eil.
i2r
Wiegenlied
dem Schwach - und Berensschen Brautpaar.
Riga 1768.
Schlaf deines Lebens erste Zeit,
O Kleiner! nur in Ruh!
Noch nicht zu Trübsal eingewciht,
Ließ dir dein Gott sie zu.
Von Sorgen noch, von Furcht und Reu.Bebt nicht dein kleines Herz,
Doch wär'st du auch so gänzlich freiVom uns verborgnen Schmerz:
Vielleicht, wenn wir dich lächeln sehn,Da dich der Schlaf verhüllt,
Beklemmen dich geheime Wehn,
Des künftigen Schicksals Bild.
Und ach! auch nicht frei von Gefahr,
Die unsre Hoffnung stört.
Vielleicht hängt über Dich am HaarEin ungeseh'nes Schwert.
Doch der, der dir den Schlaf befahl,Hält's von der Scheitel ab,
Und seiner Diener starke ZahlVerschließet noch dein Grab.