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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
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Seite
114
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1,4 Herders Gedichte.

Seht die Aehren wallen,

Hin zum runden Hain,

Wo Natur - Conccrte schallen

Und die Wipfel und die Zephyrs rauschen Lust darein.

Rings umkranzt von Sec und Wald und AuenIrrt umher mein Blick,

Immer fremde niemals satt zu schauenFind' ich immer neues Glück.

O Natur! du glanzestUnerschöpflich reich;

Und ein Lrt, den du bekränzest,

Lacht der Kunst und des Gepränges, und ist Eden

gleich.

Zwar hier tanzt aus Rosen keine PhryncLauten Scherz mir vor,

Keine Silbcrflvte lockt ins GrüneIn ein Nymphenchor.

Doch die stille FreudeFlieht ins heitre Herz,

Und im muntern HirtenkleidcLacht sie nur auf heitern Stirnen, weit vom wil-den Scherz.

Prangt, ihr Dichter, mit erträumten Gründen,Wo die Wollust thront

Euer Tcmpe sagt, wo istS zu finden,

Als im Dichtermond?

Zwar ist GrafenheideKeine Götterflur

Doch auf dieser Unschulds - Weide

Lacht in Augen und auf Stirnen nichts, als du, Natur.