Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

84

Herders Erdichte.

An die Muse.

Mein Geliebter begehret von mir Gesänge zu lesen;

Musen, den steilsten Pfad führt mich zum Pin-dus hinauf

Auf den Gipfel, und gebt mir süße Töne, die

höchsten

Ehren und jeden Reiz lieblicher Jugend zurück;

Daß ich, allen Kummer vergessend, mit edlen Ge-fangen

Ihm umkranze die Stirn, Strahlen umflechtedem Haupt

Meines Geliebten. Entzückt von meiner himmli-schen Flamme,

Les' er mit meinem zugleich seinen unsterbli-chen Ruhm,

An die Nymphen«

Die Ihr Thaler und Höhen bewohnt, ihr freund-lichen Nymphen,

Jene Thaler und Höh'n, die der Geliebte betritt,Jene Auen, wo jetzt er Blumen , glückliche BlumenBricht mit schöner'Hand, grüßet mit freundli-chem Blick;

Nymphen des Silberbachs, die seine liebliche Stirn itztSchauen; Weste, die ihm spielen im lockigen Haar,