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Herders Gedichte.
Ach der Zeiten des Wahns! als ich die Quaalen
der Liebe
Sang, und wußte noch nicht, was sic für Freu-de gewahrt.
O verzeih' es, unsterbliche Liebe! Vergesset, ihr
Freunde,
Mein wehklagendes Lied; höret die Dankende
nur.
Erinnerungen der ersten Liebe.
Dies ist der Feigenbaum, und dies das Ufer, o
Daphne,
Wo den Geliebten und mich Amor auf immer
verband.
Lieblich tönte, beseelt von seine» Lippe», die Flöte;
Leiser rollte der Vach murmelnde Wellen dahin.
Um uns ruhte die Heerde. Zu seiner gefälligen
Flöte
Sang ich, und wand für ihn einen belohnenden
Kranz.
Und er blickte mich an. Was Götter und Menschen
entzündet,
War in dem Blicke; mein Herz fühlte den gött-lichen Strahl.?
Sein! „ich liebe dich!" sprach er, und ich,
mir selber entnommen,
Ward — ich weiß nicht mehr, was mir vom
Meinigen blieb.