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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
Entstehung
Seite
81
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Liebliches Morgenroth deckt seine Wange; sein Antlitz

Strahlet göttlichen Geist, 'glanzt in gefälliger

Huld,

Jetzt entschließet die Lippe sich ihm; Gedanken er-scheinen,

Wie sie die heutige Zeit neidet, die alte begrüßt.

Schön ist's anzuschauen, wie tausend Seelen gefesselt

Hangen an feinem Wort, folgen dem lieblichen

Laut

Seiner Stimme, die jegliches Herz bezwinget und

fortzicht

Glaubet die Nachwelt einst, daß mich die Liebe

getauscht,

O so zeuge, du Rom, bezeugt es, die i.hr ihn

hörtet,

Hört und sähet, daß ich lange zu wenig gesagt.

Die Abbitte.

Dankbar küss' ich den Knoten, in den mich die

Liebe geschlungen,

Dankbar küss^ ich den Pfeil, der mir die Seele

getbeilt,

Knieend vor dem Altar, auf dem die geweihete

Flamme

Allen Schmerz mir entnahm, alle Verlangen ge-stillt.

Herders Werke Lit. u. Kunst. XV. F 6e-i-c/-re. I.