Erster Theil.
Der verschiedene Gesang.
Einst schlug mit wunder-süßem SchallDie Klagcnreiche Nachtigall;
Ein muntrer Sperling hörte zu:
,„O sang' ich, Nachtigall, wie du!
Dach warum soll mirs nicht gelingen ?
Ich will auch lernen also singen.",
Die Nachtigall spricht: „nun wohlan!Es singe, wer da singen kann;
Denn nie war ich um Kunst bemüht:Nur aus dem Herzen quillt mein Lied.Nur meiner Liebe zarte KlagenUnd tiefe Seufzer will ich sagen."
„Wenn Liebe den Gesang dir giebk,Wer ist mehr als der Spatz verliebt?
Auch klagen kann ich." Was geschieht?Der Sperling zirpt ein Klagelied,
Und seine Buhle war zufrieden;
Ihr war ein Spcriingsohr beschirden.
Nicht also wars die Nachtigall:
„Was quälest du den Wiedcrhall?"Sprach sie, „o bleib' in deiner Art,
Die Meine laß mir aufgcspart.
Du tändelst froh; ich singe Schmerz:Wie der Gesang, so ist das Herz."
B s