Herders Gedichte.
»4
Traurig rief die Mutter ihrem Zephyr,
Der es brach; und sie begrub cs traurig.Seht! die ungeduldig-frühe BlumePrangt nun nimmer mehr im Lenz der Flora.
Die Kunst,
Aus der Schaar der GöttcrfreudenStahl die jüngste Freude sich:
Und der Fleiß, ein Sohn der Leiden,Nahte zu ihr jugendlich.
Unschuld war in ihren Mienen,
Treue war in seinem Blick:
Und die Liebe zwischen ihnenStiftete der Beiden Glück.
„Ich ermatte, sprach die Schöne,Gieb mir deine sich're Hand."
„Nimm sie, sprach er, Eintracht kröneUnser Beider treues Band."
Also wohnten sie im Schatten,
Unter aller Götter Gunst;
Und das Kind, das Beide hatten,
War ein schönes Kind, die Kunst,
Von der Mutter lebte Fülle,Götkerfüll' in ihrer Brust;
Und der Vater gab ihr Stille,
Fleiß und Emsigkeit, zur Lust.