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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
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10
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Herders Gedichte.

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Die Lerche.

Gegrüßet seyst du, du Himmelsschwinge,

Des Frühlings Bote, du Liederfreundin,

Sey mir gegrüßet, geliebte Lerche,

Die beides lehret, Gesang und Leben.

Der Morgenröthe, des Fleißes Freundin,Erweckst du Felder, belebst du Hirten;

Sie treiben munter den Schlaf vom Auge:

Denn ihnen singet die frühe Lerche.

Du stärkst dem Landmann die Hand am Pfluge,Und giebst den Ton ihm zum Morgenliede.

Wach auf und singe, mein Herz voll Freude,Wach auf und singe, mein Herz voll Dankes."

Und alle Schöpfung, die Braut der Sonne,Erwacht verjünget vom langen Schlafe,

Die starren Baume, sie hören wunderndGesang von oben und grünen wieder.

Die Zweige sprießen, die Blatter keimen,

Das Laub entschlüpfet und horcht dem Liede.

Die Vögel girren im jungen Neste,

Sie üben zweifelnd die alten Stimmen.

Denn du ermunterst sie, kühne Lerche,

Beim ersten Blicke des jungen Frühlings,

Hoch über Beifall und Neid erhoben,

Dem Aug' entflogen, doch stets im Ohre.