Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

Erster Theil.

7

Und Ohr und Auge täuscht sich gern;

Das Herz, es pochet in die Fern,

Und wünscht und hat und glaubets kaum:Denn auch sein schönstes Glück ist Traum.

Die Hoffnung, ewigschön und jung,Ist uns ein Kind der Dämmerung;

Auch ihre Schwester, Sehnsucht, liebtDen Schleper, der die Lieb' umgiebt.

Ich dank' euch, die ihr um mich schwebt,Daß ihr die Hülle mir gewebt;

Doch Lieb' und Aelher, leiht, o leihtMir einst ein Heller Pilgerklcid.

Das Kind der Sorge.

Einst saß am murmelnden StromeDie Sorge nieder und sann:

Da bildet' im Traum der GedankenIhr Finger ein leimernes Bild.

„Was hast du, sinnende Göttin?"Spricht Zevs, der eben ihr naht.

„Ein Bild von Lhone gebildet,

Belcb's, ich bitte,dich, Gott."

„Wohlan dann! Lebe! — Es lebet!Und mein sey dieses Geschöpf!" —Dagegen redet die Sorge:

„Nein, laß es, laß es mir, Herr."