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Vorrede.
vor sieben Jahren die geistvolle Witwe Herders mitviel Verstand und Sorgfalt gemacht; nur seltenfand ich Gründe, sie zu ändern. In dieser Ord-nung sind sie als Belege zur Geschichte seines inne-ren Lebens anzusehcn.
Wie Rousseau seine musikalischen CompofltionenIss cemsolgtions äs mg. vis nennt, so warenHcrder'n seine Gedichte Trost des Lebens: freie Er-güsse des Herzens, Stimmen des Gefühls, welcheauszusprechen, ihm Bedürfnis war. Poesie nannteer „die energische Sprache des Geistes und Herzens."Irgend eine schöne Poesie konnte seine Seele in Er-müdung oder Mißstimmung wieder heiter stimmen-er selbst erhob und tröstete sich, wenn er ein Ge-dicht schrieb. War es immer möglich, so las erjeden Tag etwas Poetisches: am liebsten aus einemder Alten, oder aus der Bibel; wo er auch irgendein geistvolles Gedicht von Andern fand, schrieb ersich's ab; seine Excerptcnbücher enthalten eine Mengederselben. Seine Jugendgcdichte sind in ihrem meistschwermüthigen Ton ein Bild seiner schweren, trü-ben Jugend. (Seine Lebensgeschichte wird darüberAuskunft geben). Aber so wie das originelle Brau-sen seiner Juqendkrast in seinen frühem prosaischenSchriften, die alle Regeln der damals schulgercchtcnSchreibart durchbricht und sich für ganz neue Gefühleund Gedanken eine neue Sprache schuf, zu allenZeiten bei congenialischen Lesern ihre Liebhaber fandund finden wird: so gewiß auch diese Jugendgcdichte(so hart bisweilen auch der Versbau ist). Doch habe