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Carl Müller : sein Leben und künstlerisches Schaffen
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Unterhaltung jmifcbeit SOfutter uub 5fod)ter mar motjl baS GrlüfuugS*tnerf. Sott itnbcfd)reiblid)cr SBirtung ift bie ©djönheit beS Kolorits.

®er greife fßfarrer mar überaus glitdlid) im 93efi^e jtueier folcher@d)ähe. 9Zodj aber mar bie SluSfdmtüctttng feiner Sird)e, mie er fiefid) gemüufcht hatte, nidft üollenbct. gunädjft fehlte ein ©egenftüd' jubent Sttenbadifdfen Stltarbilbe. ©ein golbetteS fßriefter*Subiläuni ftanbbeüor; eine leife Stnbeutung, bah für ihn bie liebfte SubilättntSgabe einneues Slltargemälbe fein mürbe, fiet auf fruchtbaren fBobeu. fjrenuitticjeSammlungen itnb ein ©taatS^ufdjufj ermöglichten halb bie 83eftellttug.®ie garbenffi^e tonnte ber Slüitftler bent freubig überrafdjten ©reifeals erfteS SubilättmSangebinbe am SubiläuntStage überreichen 1 ).

SB au ©nbert mar, mie and) beim leiden großen SBerte, ber geiftigeSeiter, auf bcffen Urtlfeil Gart Müller felfr oiel gab; im §erbft 1882fdjtug erfterer ben ©egeitftaub jur SBefjaublung Der, bie jünger ju ©utattS,bod) jauberte ber Zünftler, ba er jtt tuet ®rantatifdjeS für ein 3(ltarbilbenthalte. 35an Gubert iuieS auf ben Moment nad) bent ©rtennen Ipmmo KffriftuS, feiertief) in erhabener 9iul)e bafteheub, baS 83rob beS Sehensjeigt, uub bie Sänger auf ihren ft'nieeu aubeteub nerfttitfeu fiub. @d)ottnad) MouatSfrift tonnte ber Zünftler bie erfte ©fijje mit fotgenbem ^Begleit*inort iiberfenben. Sn bent 53egteitfchrei6en gibt er eine ftare, tljeitmeife poefie*reiche ©rflärttng beS breitheiligen, aber atS ein ©attjeS gebadeten ©ntmurfeS:in ber Mitte GöriftuS uub bie Sänger, an ben beiben ©eiten: ©lifabetl)uub SJinccnj oott fßaül, bie SSertretcr ber cfjrifttic^en ©IjaritaS, auf bereinen, auf ber anbern ÜlutoniuS non fßabua uub bie h- ©ertrub, festerebie SRepräfentantiit beS befdCfattlidjen SebenS; erfterer empfängt baS SBrobber hiutntlifdjen SßeiSfjeit bttrdj baS göttliche ®inb.gär mid) mürbenichts ©töreubeS barin liegen, baff hier berjenige in Ä'iubeSgeftalt bar*geftellt ift, meldjer im Mittelbilbe in feiner SBerflärutig erfdjeiut."hinterber h- ©ertrubiS ift noch ein fßrofil ju fetfen, unb ich beute, eS tuirbbaSjenige ttufereS oerehrten .fperru fßaftorS fein, loctS ja burd) bie innigen^Beziehungen gerechtfertigt märe, in meldfeu berfelbe p ber ©utftchungS*gefdjid)te biefeS 33ilbeS in feiner SHrclje ftel)t." ©obamt fdjliefjt er:Sinfs im lanbfd)aftlid)eu ^intergruube erblictt mau bie ©tätte ber Gr=löfung mit ben brei Äreujen, unb baruitter im ©chatten ber (Säule üiel*leidjt beit Zünftler, ber int ©eifte bieS 93ilb gefdfaitt? ®od) baS märe

mufft p aufprudjSöoll, unb fo mag er and) megbleiheu uub fid) bautitbegnügen, bent lieben ©ott im füllen ^erjenStämnterleiit fein Söert auf*äuopfern, tuaS er aufrichtig beftrebt fein mürbe, p feiner alleinigen ©f)>-' ep malen."

l ) Scrgt. beit gejlfiaidjt: $a§ golbene 'Pricfter=3u6itfiunt bc§ §errn ®v. 2BiIt)eImi)icintcn§. SBonrt 1884, ©. 17 f.