Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
Seite
285
Einzelbild herunterladen
 

Kleine griechische Gedichte. 28»

Dtc letzten Wurzel Sproße glanzte hier

Zn Oedipus Haus; auch sie

Mähet der blutige Staub der Unterirdischen ab, *)

Und ihr unbedachtsam Wort,

Die Erinnys in ihrer Brust. **)

Deine Gewalt, 0 Jevs, welche der SterblichenUebermüthige Tritte hielten sie ein?

Sie, die der Alles - entkräftende Schlummer nie er-faßt,

In der Götter unermüdlichem Mondcnlauf.

Nie-alternd herrschest, Mächtiger, DuIm glanzenden Licht des Olymps.

Was war, was ist, und werden wirdGehorchet Dir! Doch dies GesetzTrifft Sterbliche nicht: daß immer unglücksfreyZhr Leben sey.

Zwar die vielgestaltende Hoffnung bringtWielen der Sterblichen reichen Gewinn;

Aber auch Viele tauschet sieMit sinnesleeren Begierden.

Dem Verständigen schleicht nichts herbei,

*) Die Erde, die sie gegen das Verbot über ihrentobten Bruder gestreuer hatte. (Statt Staub,das sich auf eine verdorbene Lesart gründet,ließ Sichel. H.)

d. i. ihr unbeugsamer Sinn, ihre hakten Worte»