«us der griechischen Anthologie. 87
Der schlummernde Amor.
Schläfst du, Amor? 0 du, der sterblichen Men-schen den Schlummer
Raubet und ihnen so oft Nachte voll Sorgen ge-wahrt;
Schläfst du? — Nein! ich rühre nicht an diebren-nende Fackel,
Rühre den Bogen nicht an und den gefiederten
Pfeil.
Wag' es ein anderer; ich scheu' auch den schlum-mernden Amor,
Wenn er im Traum auch nur meiner unfreund-lich gedenkt.
Der brennende Strahl.
Schöner, leuchtender Jüngling! doch ach, ich fürchte
die Strahlen
Deines Lichtes; zu bald werden sie Flammen in
uns.
Die Morgenröthe.
Freund, was sollen die Thränen, die über die
Wange dir schleichen?Was soll schweigender Gram hier an dem Becher
der Lust?