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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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70
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I. Blumen

Grab einer Tochter.

Meine Tochter, so muß ich dir denn mit traurigen

Händen

Statt des bräutlichen Betts zieren ein dunkelcs

Grab.

Zwar du bist dem Leben und seinen Schmerzen ent-ronnen,

Da du als Jungfrau starbst; aber uns lassest

du Schmerz.

Unsere Tochter! die holde, zwölfjährige, zärtlich an

Reizen

Wie ein unschuldiges Kind, aber an Tugenden alt.

Der Ausgang und Eingang des Lebens.

Nacket kam ich und nackt geh' ich einst unter die

Erde;

Nackt von hinnen zu gehn, braucht cs wohl Kum-mer und Leid ?

Auf eine -Schöne,

die im Nilstrom badete.

Als der Schönheit Göttin dich in den Wellen des

Nilstroms

Schwimmen sähe: „Wer giebt, rief sie vom

Himmel herab,