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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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IX. Lieder der Wilden.

Schrecklich ist der Zorn des Königs. Wachen,fliegt hin, greift Flcmna, und den Verwegnen, derihre Liebkosungen empfängt!

Da kommen sie, nackend, in Ketten. Liebemischet sich in ihren Blicken mit der Furcht.

Ihr habt beide den Tod verdient; ihr sollt ih»haben.

Verwegner Jüngling, nimm diesen Wurfspießund durchstoß deine Geliebte!

Der Jüngling schauderte, er stürzte drei Schrittezurück und bedeckte seine Augen mit den Händen.Das zärtliche Mädchen warf ihm Blicke zu, süßerdenn der Honig des Frühlings, Blicke, wo die Liehedurch Thranen schimmert. Wüthend ergreift derKönig den fürchterlichen Wurfspieß; durchstoßen istMuna ; sie sinkt nieder, ihre schönen Augen schließensich, und der letzte Seufzer dringt aus ihrem ster-benden Munde. Ihr trostloser Geliebter bricht ineinen Schrei des Entsetzens aus; ich habe den Schreigehört, er ist wicdergehallt in meiner Seele, undsein Andenken erfüllt mich mit Schaudern. Schonempfängt er den Todesstreich und sinkt auf den Leich-nam seiner Geliebten.

Unglückliche! Schlummert zusammen, schlum-mert in Frieden in der Stille des Grabes.