Fünftes Buch.
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Ein Thüringer Lied.
(Aus Spangenbergs Mansfeldischer Chronik, G.Z87. — „Diese Zeit wurden Lieder gemacht und ge-sungen, darin die Obrigkeit erinnert und ermahnet ward,in der Regierung Gleichmäßigkeit zu halren, dem Adelnicht zu viel Freiheit und Gewalt zu verhangen, denBürgern in Städten nicht zu viel Pracht und Geprän-ges zu «erstatten, das gemeine Bauersvolk nicht überMacht zu beschweren, die Straßen rein zu halten undjedermann Recht und Billigkeit widerfahren zu lassen.Won welchen Liedern sind noch etliche Gesetzlein vor-handen, so etwa» von alten Leuten, die sie in ihrerJugend von ihren Eltern gehöret, gesungen worden,und ohngefähr so lauten.")
Aber so woll'n wir's heben an,
Wie sich's hat angcspunnen,
Es ist in unser Herrn Land also gestalt,
Daß der Herren Ratbe treib'n groß Gewalt,
Drauf haben sie gcsunnen.
Tbürinaerland, du bist ein fein gut Land,Wer dich mit Lreun that mcynen,
Du gibst uns des Waizen und des Weins so viel,Du könnt'st einen Land'sherrn wohl ernahr'n,
Und bist ein Landlcin so kleine.