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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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VI. Nordwestliche Lieder.

Schön Gretchen saß am Fenster daheimUnd kämmt ihr goldnes Haar,

Als sie lieb - Will'm und seine BrautAnrcitend ward gewahr.

Dann legt sie nieder ihren deinen Kamm,

Und flocht ibr Haar in Zweyn,

Sie ging wohl lebend aus ibrem Haus,

Kam nimmer lebend hinein.

Als Tag war um und die Nacht war da,

Und alles schlafen that,

Da kam der Geist der schön'n Margrcth,

Und stand an Wilhelms Bett.

Wachst du noch, süßer Wilhelm, sprach sie,Lieb Wilhelm, oder schläfst?

Gott geb dir Glück zum Brauthett dein,

Und mir zur Leichenstatt l"

Als Nacht war um und der Tag brach an,

Und aufwacht Herr und Knecht,

Der Bräut'gam zu scin'r Lieben sprach:

Ach, Schaz, ich weinen mycht'.

Ich träumt ein'n Traum, mein liebes Weib,

So träum'n ist nimmer gut;

Ich träumt' mein Haus voll rothem Vieh,

Mein Brautbett voll von Blut."

So ein Traum, so ein Traum, mein herzcr

Herr,

So träum'n ist nimmer gut;