Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
193
Einzelbild herunterladen
 

Da statt Gegenliebe du mirUnbestcmd und Undank giebcst.

Wie so schnell sind sie entflogenDeine Worte, deine Schwüre!

Gnug, daß es die deine waren,

Nahmen Flügel sie und flogen.

Denke, wie an jenem TageDu mir tausend Liebeszeichen,

Ach so zarte Zeichen gäbest,

Daß so zart sic welken mußten.

Denk, o denke, wenn dir, Zaida,

Dies Erinnern jezt nicht widert,

Welch Vergnügen du empfandest,

Wenn ich deinen Pallast umzog.

Wenn am Tage auf den Prtnkt schnellDu hin an das Fenster hüpftest,

Oder Nachts dich auf dem Balkon,

Dich am Gitter sprechen ließest.

Wenn ich ausblicb, oder säumte,

Welche Eifersucht dich brannte;

Aber nun, wie bist du anders!

Heißest mich, an Hof zu gehen.

Heißest mich, dich nie zu sehen,

Nie dir Briefe mehr zu schreiben,

Dir, der einst so lieb sie waren,

Und nun Unlust dir erregen.

Herders W.z.sch. Lit.u.Äunst. VIII. N §ti,nm.ä l'