^56 IV. Lieder aus dem hohen Nord.
Zu sich Vuko Brankowich: „Freund VukoBrankowich, wenn deiner Mutter EhreDir noch lieb ist, aus zum tapfcrn Zweikampf,Daß cs nun erscheine, wer von beidenSey der Starkre." Nichts war Vuko übrig,Als fein Roß zum Zweikampf auch zu satteln.
Beide reiten, suchen eine EbneDie zum Streite gut ild, und nun rennenSie mit Kriegcslanzen auf einander,
Stoßen mächtig zu; die Lanzen brechenWohl in tausend Splitter. Und sie ziehenIhre Sabel, wohl in tausend StückenFliegen durch die Luft die scharfen Säbel.
Gehn mit macht'gcn Kolben auf einander,
Und von der und jener springt der Knopf ab.Endlich bleibt das Glück auf Milos Seite,
Er reißt Vuko Brankowich vom Pferde,
Strecket ihn zu Boden und spricht also:'
Wohl nun, Vuko Brankowich, nun rühme.Prahle nun zu andern, daß mit dir ichKeinen Zweikampf wage. Wenn ich wollte,Könnt' ich jetzt dich tobten und dein Weib inSchwarzen Kleidern eine Wittwe sehen.
Aber geh und lerne, künftig nimmerMehr zu prahlen.
Nicht gar lange wahrets,Und die Türken stürzten ein in Servien.Sultan Amurath verheerte zornig