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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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108
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io3 IV. Lieder aus dem hohen Nord.

Ein nasses Land bedarf keines Wassers ; d. i. be-trübe die Betrübten nicht noch mehr.

Niemand balt mich bei meinem Rockzipfel, d. i.ich bin keinem etwas schuldig.

Wer bittet den Armen z»r Hochzeit?

Der Stumme (das Thier) muß wohl ziehen wasder Unvernünftige auflegt.

Scy selbst ein Kerl, aber achte einen andern Kerlauch für einen Kerl.

Von des Reichen Krankheit und des Armen BierHort man weit.

Die Noch treibt den Ochsen in den Brunn,u. a. m.

Viele haben einen großen Hang zur Dichtkunstaus dem Stegreif. Sie dichten bloß zum Gesangein abermaliger Beweis, daß Poesie und Musik beunausgebildcten Völkern unzertrennlich sind. DeiStegreifdichter singt einen Vers vor; sogleich wiederholt ihn die ganze Versammlung: daß viele müßigeWorte darin Vorkommen, ist leicht zu erachten.Sehr sind sie geneigt, in ihren Liedern bittre Spöt-tereien anzubringcn, vor welchen auch kein Deut-scher, denen sie ohnehin allerlei Spottnamen beile-gen, sicher ist. Wie beiffcnd zieht oft ein Gebietdas andre durch: am heftigsten greifen sie die an,welche bei einem Hochzeitschmause Sparsamkeit äußern:leicht pressen sie Scham und Thrancn ins Gesicht.Ihre Lieder sind gemeiniglich reimlos: die Esthen ha-ben etliche gedankenlose Endwörtcr, die sie in etlichen