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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
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107
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Erstes Buch.

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gemeine Zufriedenheit verbreiten. Etliche haben guteStimmen und viel natürliche Anlage zum Gesang,doch die Esthen mehr als die Letten. Jene singenalle nur einstimmig, aber gemeiniglich in zwei Chö-ren , so daß jede Zeile, welche ein Hause vorsingt,von dem zweiten wiederholt wird. Sie haben vie-lerlei Lieder und Melodjen; bei vielen Hochzeitliedcrnhängen sie an jede Zeile die beiden Worte Kassike,Kanike, die vielleicht jetzt keinen Sinn haben,nach der Etymologie aber, schönes Kätzchen, oderMaychen (von Maye, junge Birke) könnten über-setzt werden. Dje Letten dehnen die letzten Sylbensehr, und singen gemeiniglich zweistimmig, so daßetliche eine Art von Baß darzu brummen. BeiderVölker gemeinstes und vermuthlich sehr altes musi-kalisches Instrument ist die Sackpfeise, die sie selbstmachen und zweistimmig mit vieler Fertigkeit sehrtaktmäßig blasen,"

„Ihre Sprüchwörter sind aus ihren Sitten undihrer Lebensart hergenommene *) viele haben Esthenund Letten gemeinschaftlich; die ersten haben derenmehrere. Zur Probe will ich einige anführen:

Gib die Sackpfeife in eines Narren Hände, ersprengt sie entzwei,

Schätze den Hund nicht nach den Haaren, son-dern nach den Zähnen,

*) Hinter Gurslefs Esthnischer Grammatik ist eineMenge zum Theil sehr sinnreicher Rathsel undSprichwörter angeführt,